Trainings-Memo 29. Oktober 18 in Zürich

Stau, Stau in Zürich…Unglaublich viel Verkehr auf der Autobahn und in der City sorgten dafür, dass ich mich 10 Minuten verspätete. Ausgerechnet heute, dachte ich mir! Denn dieser Abend war offen für Neuinteressenten und bei denen wollte ich einen guten Eindruck machen. Doch dann war es soweit, alle zogen sich blitzartig um und wir konnten sofort starten. Damit so schnell wie möglich das Kravmaga-Feeling aufkam, gestaltete ich ein spezielles Aufwärmtraining. Wir starteten mit Schlagbewegungen, siehe Hyperlink zu Facebook. Der Pratzenhalter musste während den Schlagbewegungen tief in den Knien stehen bleiben bis die Oberschenkel brannten. Danach dasselbe in der Bewegung. In die erste Lektion kamen viel mehr Teilnehmer/innen als gedacht. Somit musste ich die Lektion entsprechend anpassen. Ich konzentrierte mich auf Übungen, welche weniger Platz beanspruchten.

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Nach dem Schlagtraining ging es in den Bodenkampf. Die Szene war, wie schon vor einer Woche, das Opfer lag auf dem Rücken und der Täter sass auf dem Bauch und wollte mit der rechten Faust ins Gesicht schlagen. Wir übten folgende Lösung: Die Beine anziehen, dadurch sein Gewicht nach vorne verlagern, sein Bein blocken und zwar auf diese Seite, auf die du ihn drehen wolltest. An den Ohren nach unten reissen und mit der Brücke und einer Vierteldrehung abwerfen. Sofort auf ihn und mitrollen und mit dem Finger in seine Augen drücken. Danach einen Armwechsel machen, dann mit der linken Elle seine Luft und Blutzufuhr verringern. Damit entstand die Möglichkeit, in seine Hoden zu schlagen. Weiter ging es dann mit der Situation, dass das Opfer auf dem Rücken lag und der Angreifer zwischen den Beinen durch an den Hals ging um zu würgen. Den Würgegriff konnte man mit der Oberschenkel-Klemmbewegung leicht lösen. Anschliessend musste man sich in die Embryostellung drehen, dazu kurz das Gesäss anheben, somit löste sich der Druck auf dem Hals. Anschliessend mit dem oberen Bein Distanz zwischen sich und den Angreifer verschaffen. Anschliessend galt es, mit dem unteren Bein das gegnerische Bein (Standknie) nach unten zu stampfen und schon lag der Angreifer auf dem Boden und drehte sich auf den Rücken. Diesen Moment nutzten wir dann, um ihn zu kicken und aufzustehen.

Zum Schluss wollte ich schauen, wieviel die Teilnehmer/innen noch wussten. Der Verteidiger musste über 1 Min. lang einen Low-Kick auf das Kissen schlagen. Sobald die Zeit um war, musste man sich am Boden mit den zwei gelernten Techniken verteidigen. Das Ganze drei Mal in Folge. Bei den Drillübungen geht es nicht mehr um die detaillierte Ausführung, viel wichtiger ist, dass man es immer und immer wieder probiert. Wie ich immer sage, sei besorgt, dass du alle Abläufe 1500 mal wiederholen kannst, damit es zu deiner Technik wird. Um dieses Ziel zu erreichen, musst du vorsichtig üben, den Ablauf je nachdem langsam ausführen. Nimm Rücksicht auf deinen Trainingspartner, sonst will niemand mehr mit dir trainieren!

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Trainings-Memo vom 26. Oktober 18 in Zürich

Nur wenige konnten sich in Zürich am Freitagabend für ein Training motivieren. Wo bleibt die Trainingsdisziplin? Immer wieder dasselbe, dachte ich, man will lernen sich zu verteidigen, aber dafür zu schwitzen, das will man nicht. Mein Handy meldete die unterschiedlichsten Kurznachrichten (Ausreden). Aber lassen wir das.
Gleich zu Beginn startete ich mit einem anspruchsvollem Aufwärmprogramm. Da an diesem Abend nur 9 Teilnehmer/innen am Start waren gestaltete ich die verschiedenen Übungen in der Dreiergruppe. Z.B. diese Übung, siehe Bild.
Jemand macht Liegestützen, wird von einem anderen tiefstehend, seine Beine nicht abstützend getragen und jemand übt den Sidekick.

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Anschliessend ging es dann zu denselben Hebeltechniken wie in Herzogenbuchsee. Insgesamt waren es an diesem Abend drei unterschiedliche Hebeltechniken die man üben musste. Für mehr reicht die Zeit und die Konzentration der Teilnehmer/innen nicht aus. Als Test ob man die Techniken noch abrufen kann gab es einen spezielle Drill. Eine genau definierte Schlagkombination musste über 1 Min. auf das Kissen geschlagen und gekickt werden. Auf mein Kommando erfolgte dann der Angriff den man mit einem Hebelschlüssel beenden musste. Wie immer zeigte ich den Teilnehmer/innen, dass für eine erfolgreiche Hebeltechnik ein paar Ablenkungsmanöver notwendig sind. Weil es nur so wenige waren, konnten wir recht intensiv üben und alle kamen einen grossen Schritt weiter. Ein recht anspruchsvolles Training war vorüber und nun konnten wir mit guten Gewissen das Wochenende geniessen.

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Trainings-Memo vom 25. Oktober 18 in Bern

Diese Woche war ich für am Donnerstag in Bern eingeteilt und zum Training kam nur einer der angemeldeten Neuinteressenten. Ansonsten waren alles Fortgeschrittene am Start. Eigentlich hatte ich ein Training für Einsteiger geplant, dachte das alle Neuinteressenten/innen zum Probetraining kommen würden. Um den Trainingsablauf möglichst wenig zu stören gibt es bei mir nur einmal pro Monat die Gelegenheit für ein Probetraining und wer dann nicht kommt, der muss ein paar Wochen warten. Gerade deshalb verwundert es mich immer wieder, wenn Leute sich anmelden und dann doch nicht erscheinen. Doch nun zum Trainingsinhalt. Es gab ein Mix zwischen Basic-Techniken und Advanced-Übungen. Anfangs übten wir eine Schlagkombination und mir war es wichtig, dass während dem die einte Faust schlägt sich der andere Faust/Arm um die Deckung kümmerte. Zuerst langsam, danach immer schneller und erweitert mit Laufbewegung. Zusätzlich verlangte ich pro Schlag eine maximale Hüftdrehung um damit nicht nur die Reichweite zu verlängern, sondern auch die Weichteile zu schützen. Je stärker man beim Schlag die Hüfte dreht um so mehr dreht man dazu auch die Knie und schützt somit die Schwachstelle zwischen den Beinen. Auch sonst noch gab es so einige muskulaturstärkende Übungen für die Beine, Arme und den Rumpf. Die zu Beginn einstudierte Schlagkombination übten wir dann mit den Pratzen. Der «Pratzenhalter» musste rückwärts laufen und immer in Bewegung bleiben. So konnten alle das Schlagen in der Laufbewegung und das Distanzgefühl trainieren. Der aerobe Trainingsteil brachte alle auf Touren und nun ging es etwas ruhiger zu den Hebeltechniken über.
Wir trainierten drei verschiedene Armhebel aus unterschiedlichen Situationen. Die Angriffe waren dieselben wie im Spättraining am Mittwochabend in Herzogenbuchsee. Gegen ende gab es für die Fortgeschrittenen eine etwas schwierigere Aufgabe. Du wurdest hinterlistig attackiert und beim abdrehen musste es dir gelingen beide oder nur einen Arm des Angreifers einzuklemmen und einen Gesichts-Takedown starten. Es kam ein zweiter Angreifer, mit Schlag-Kissen auf dich zu und du musstest den Kampf so schnell wie möglich beenden. Dabei solltest du beachten, dass der Erstangreifer dich nicht noch einmal von hinten attackieren konnte. Wer schnell genug war, dem gelang es. Wer zu langsam war, der durfte es noch einmal versuchen. Sichtlich machte es allen grossen Spass. Siehe Clipp… bei Facebook. Es war wieder einmal mehr eine super Stimmung in Bern. So habe ich es gern.

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Trainings-Memo vom 24. Oktober 18 in Herzogenbuchsee Spätlektion

In der zweiten Lektion ging es mehrheitlich um die Hebeltechnik. Mit ein paar cleveren Ablenkungs-Tricks gelingt es mit Hebeln eine Auseinandersetzung elegant zu beenden. Die Hebeltechnik muss aber immer und immer wieder pro Hebelvariante  wiederholt werden! Sie muss intuitiv abrufbar sein und deshalb auch variantenreich trainiert!
Zu Beginn gingen wir davon aus, dass es uns gelang mit dem «Haargelblock» eine Ohrfeige abzublocken und mit der anderen Hand einen Finger des Angreifers zu erwischen. Sofort fassten wir sein Handgelenk und bogen seinen Finger gegen seinen Ellbogen. Nicht vergessen, senkrecht bleiben, die Achselhöhle schliessen und nie stehen bleiben! Bei dieser Technik musste man gerade zurücklaufen um Zeit zu gewinnen, damit den Finger korrekt zu spannen. Durch den Schmerz ging dabei der Angreifer auf die Knie. Danach ging es zu einem Armschlüssel. Ein sehr effizienter Hebel, nützlich wenn man dem Angreifer körperlich unterlegen ist. Damit verbunden übten wir die Situation, dass der Angreifer dich am Revers festgehalten hat und mit der anderen Faust zuschlagen wollte. Mit einer Vierteldrehung fasten wir mit beiden Händen seinen Arm und leiteten einen frontalen Armschlüssel ein. Durch die schnelle Drehbewegung vermochte man den Angreifer relativ gut zu kontrollieren und auf den Boden zu bringen. Weiter gingen wir davon aus, dass uns der Angreifer gleichseitig an unserem Handgelenkt festhalten würde und wir ihn dann mit einem Kniestoss ablenkten. Er neigte sich nach vorne und dem Verteidiger gelang seinen Arm einzufädeln, dann folgte eine ganze Körperdrehung um einen Armhebel einzuleiten. Nun musst man nur noch mit dem Zeigefinger Richtung Boden zeigen und sich ganzheitlich auf die Knie fallen lassen. Mit diesem Arm/Schulterhebel gelang es dann schnell den Angreifer auf den Boden zu bringen und zu kontrollieren.
Wieder gingen wir davon aus, dass der Angreifer uns am Revers festhalten würde. Zur Verteidigung fassten wir das andere Handgelenk des Gegenübers und platzierten schnell einen Kniestoss. Durch die Neigung nach vorne konnten wir dann den Armschlüssel auf seinem Rücken einfädeln. Dieser Hebel zieht massiv in der Schulter, man musste aufpassen, denn wegen dem starken Schmerz ging der Takedown sehr schnell! Es konnte passieren, dass es einem nach unten riss. Deshalb sage ich immer, laufen, laufen, laufen. Mit der Zeit waren es genug Hebeltechniken und ich baute noch einen kleinen Drill ein. Alle mussten eine coole Box und Kick – Kombination während einer Minute auf das Kissen schlagen. Nach der Anstrengung prüften wir nach an welche Hebeltechniken sich die Teilnehmer/innen erinnern konnten. Ich war angenehm überrascht wie viele Abläufe noch vorhanden waren. Bin richtig stolz auf meine Schüler!

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Trainings-Memo 24. Oktober 18 in Herzogenbuchsee

Wieder waren alles erfahrene Kravisten am Start und ich konnte «Vollgas» geben. Das Aufwärmen gestaltete ich mit einer Reaktionsübung: Verfolger mit Pratzen, Drehbewegung, Stabilität erlangen und die vorgegebene Schlagkombination ausführen. Erweitert habe ich diese Übung mit einem zusätzlichen Roundhous-Kick. Die üblichen Kraftübungen bei denen wir unseren Partner als Fitnessgerät verwendeten durften nicht fehlen. Bewegliche Masse zu stemmen ist etwas ganz anderes als mit einer Hantel zu trainieren. Auch Liegestützen auf den Schlagkissen fördert die Stützkraft des Handgelenkes. So- nun starteten wir mit einem schnellem Gesichtstakedown. Unvermittelt fasste der Angreifer dein Handgelenk und Schwups lagst du am Boden und er sitzt auf dir, schlägt dir mit der Faust ins Gesicht. Du musstest lernen aus dieser Lage auszuweichen, im richtigen Moment seinen Schlagarm zur Seite schieben und ihn dann mit einem Würgegriff einpacken. Dank dem daraus resultierendem Halswürger konntest du ihn mit einer Drehbewegung abwerfen und auf seinen Rücken drehen.  Auch wollte ich mal eine andere Situation üben, z.B. dass du während dem Würgegriff gestört wurdest. Jemand kam und würgte dich ebenfalls mit dem Unterarm während dem du auf dem Bauch am Boden lagst. Wie ein Igel musstest du dich davor schützen und eindrehen. So stark wie möglich am Arm des Angreifers ziehen, mit dem Bein versuchen unter seinen Körper zu gelangen, mit der freien Hand half dir ein «Eiergriff» den Angreifer zu zu bewegen. Unter Instagram findest ein kleines Clip, damit verstehst du wie wir es geübt haben. Hier der Link…

Für eine gesamte Kampfszene übten wir unterschiedliche Bewegungen. Wir gingen davon aus, dass wir von zwei Angreifer attackiert wurden. Ganz neu, du wurdest an den Beinen zurückgezogen. Ein schnelles zurückkrappseln und eine Beinschere half dir den zweiten Angreifer zu bodigen. Schau Mal bei Instagram dort findest du den Clip!

Weiter gingen wir davon aus, dass der vorherige Angreifer sich zwischenzeitlich mit einem Messer bewaffnete und dich damit frontal am Hals bedrohte. Auch aus dieser Position musstest schlimmeres verhindern. Denk an die Drehbewegung um damit den Handlungsradius mit der Messerhand einzuschränken! Die Entwaffnung erfolgte dann mit der rechten Hand. Mit dem Schub gegen den Angreifer wurde es viel einfacher an das Messer zu gelangen. Am Schluss gestalteten wir daraus einen Drill. Du hattest eine Chance alle Bedrohungen hintereinander so gut wie möglich zu überstehen. Was ich so sah, das hat mir sehr gut gefallen! Ich gehe davon aus, dass es den Teilnehmer/innen auch super Spass machte. Statt nur die einzelnen Techniken zu üben ist es viel Spannender sie in einem vor definierten Ablauf anzuwenden. Das kommt immer gut an. Die zufriedenen Gesichter bestätigten meinen Eindruck. Und danke für euren Applaus, das fühlt sich immer wieder gut an 🙂

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Trainings-Memo 23. Oktober 2018 in Bern

In Bern ging es heute auch um den Kampf am Boden. Gewisse Bodenkampf-Bewegungen eignen sich bestens als Aufwärmübung. Etwas intensiver als in Zürich können wir in Bern derartige Themen üben. In Bern sind meistens Fortgeschrittene dabei. Nebenbei möchte ich erwähnen, dass die Berner um einiges seriöser trainieren als die Teilnehmer in Zürich. Die meisten schaffen es sogar mehr als einmal pro Woche zu trainieren und damit kommt man definitiv schneller vorwärts. Das musste einmal geschrieben werden. Aber nun zurück zum Training in Bern. Gezielte Kicks aus der Bodenlage; aus der Bodenlage treffsicher auf eine kleine Fläche zu treffen war nicht einfach, deshalb haben wir diese Kicktechnik über längere Zeit trainiert. Danach trainierten wir die Situation, dass jemand auf dir sitzt und dich schlägt. Mit der Brücke übten wir wie man den Angreifer los wird. Danach galt es mit Augendruck und anderen fiesen Sachen den Angreifer zu fixieren, mit Tiefschlägen zu attackieren und in schlussendlich mit einem Beinhebel «einzupacken». Damit wir noch eine Pistolenbedrohung üben konnten gingen wir davon aus, dass wir danach von einem anderen Angreifer mit einer Pistole bedroht werden und zwar von hinten zwischen den Schulterblättern. Mit einer ganzen Drehbewegung und dem gleichzeitigen Einklemmen des Waffenarmes gelang es dann die Bedrohung abzuwenden und den Angreifer zu entwaffnen. In den Drillübungen starteten wir dann mit der Situation am Boden, packten den Angreifer ein und anschliessend folgte die Waffenbedrohungs-Situation. Im Drill zeigte es sich dann wer vorher seriös übte. Da blieb keine Zeit mehr für Details, es kam wie es kommen musste. Für mich war es auch spannend die unterschiedlichen Fortschritte zu sehen. Merke dir, dass du dich im Training voll auf die Technik konzentrieren musst. Wer das nicht tut handelt grobfahrlässig!

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Trainings-Memo 23. Oktober 2018 in Solothurn über den Mittag

Im Mittagstraining habe ich mit den Solothurnern/innen intensiv die Hüftrotation beim Schlagen trainiert. Mit einer guten Hüftrotation kann die Reichweite um einiges verlängert werden. Ebenfalls trainierten wir Faustschläge während der Laufbewegung inklusiv maximaler Hüftrotation. Ausserdem wiederholten wir eine Messerabwehr-Technik- Situation überrascht mit Messerstich von unten (Position 3). Diese Grundtechnik der Messerabwehr sollte intuitiv werden weil es noch viele weitere Aktionen benötigt die man bei einem Messerkampf beherrschen muss. Aus diesem Grund übten wir den Ablauf sehr detailliert und langsam. Mit den zusätzlichen Aktionen meine ich Schläge zum Kopf des Angreifers um sein Vorhaben abzubremsen.

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Trainings-Memo 22. Oktober 18 in Zürich

Ein gut besuchtes Montag-Training in Zürich. Es freut mich immer wieder, wenn ich die Gelegenheit bekomme mein Wissen vielen Teilnehmer/innen weiterzugeben! Das Thema in der ersten Lektion war der Bodenkampf. Bestimmt weisst du, dass bei einer Auseinandersetzung die Opfer schnell einmal auf den Boden fallen. Einmal auf dem Boden bedeutet nicht chancenlos zu sein. Deshalb üben wir immer wieder wie man sich in so einer misslichen Lage schützen und verteidigen kann. Eine starke Rumpfmuskulatur ist eine gute Voraussetzung für den Bodenkampf. Gleich im Aufwärmprogramm integrierte ich ein paar bodenkampfspezifische Übungen um die Körperspannung zu verstärken. Teilweise sah es aus als ob wir Breakdance üben würden. Ich zeigte die „Brücke“, wie man damit den Angreifer überraschen kann. Ebenfalls trainierten wir Kicks aus der Bodenlage. Wichtig dabei, dass man mit dem Körper vor dem Kick eine gerade Linie bildet. Oder den Körper für den notwendigen Schwung ausnutzt um eine starke Schlagkraft zu generieren. Beachten sollte man, dass beim Kicken mit der Ferse und mit dem Schienbein geschlagen wird. Weiter übten wir dann die Situation, wenn jemand auf dir sitzt und du liegst auf dem Rücken. Ich zeigte wie man auch in dieser Position zuschlagen kann und sich damit in eine vorteilhaftere Position bringen kann. Mit den vor einer Woche gelernten „fiesen Techniken“ holten wir uns dann den richtigen Moment um den Angreifer mit der Brücke abzuwerfen. Ebenfalls lernten wir wie man den Gegner so schädigen kann damit er keinen zweiten Angriff starten wird. Ebenfalls übten wir die Situation wo der Angreifer dich am Hals würgte und er aber nicht mehr auf dir sitzt sondern den Angriff zwischen deinen Beinen startete. Mit dem ganzheitlichen Körpereinsatz, den Angreifer mit den Beinen einklemmen schaffte man es den Würgegriff etwas zu lösen. Das seitliche Eindrehen in die Embryostellung konnte das Nachrutschen des Angreifers verhindern. Ab da musste es schnell gehen, mit einem gezielten Kick auf das Standbein (Knie) destabilisierten wir den Angreifer und verschafften uns damit einen Vorteil für die Konterattacke. Mit einer „fiesen Technik“ stoppten wir dann den Angreifer endgültig.

Im zweiten Training ging es ebenfalls um die Anwendung der vor einer Woche gelernten „fiesen Techniken“. Wir gingen davon aus, dass der Gegner körperlich überlegen war und dich bedrohen würde. Ein richtig starker und grosser Typ bei dem man  nur mit ganz fiesen Sachen eine Chance hatte. Zur ersten Übung: Das war mehrheitlich eine Koordinationsübung, mit einer Ausweichbewegung 30° nach hinten, einmal mit dem linken Bein zuerst und einmal mit dem rechten Bein zuerst nach hinten. Während der Ausweichbewegung von unten her einen Nasenschlag ins Gesicht auszuführen. Damit das Vorhaben gelang musste man die Hüfte sehr stark ausdrehen. Dabei sollte der Kopf nicht nach vorne kommen. Das klingt einfacher als es ist. Wer dabei war weis das. Danach gingen wir zu einer anderen Übung, du wurdest frontal unter den Armen umklammert mit der Absicht dich auf den Boden zu schmeissen. Dieses Vorhaben konntest du mit einer gezielten «Hals-Druck-Technik» (Details werde ich hier absichtlich nicht erwähnen) unterbrechen. Mit einem Kniestoss und gezieltem Schinbeinkick dich vor weiteren Attacken  zu schützen. Zuletzt übten wir noch eine andere Situation. Du wurdest von hinten unter den Armen umklammert, ebenfalls mit der Absicht, dass dich der Angreifer umstürzen will. Bewusst gingen wir davon aus, dass es nicht mit der bekannten Technik, mit Ellbogenschlägen, klappen würde, sich zu befreien. Aus diesem Grund verwendeten wir wieder eine fiese Variante. Zwischen den Beinen durch mit einer festen Klemmbewegung ging es an die Innenseite des gegnerischen Beines und seine Reaktion nutzten wir um sich umzudrehen und mit einem Kniestoss und Ellbogenschlag die Attacke zu beenden.

Mit beiden Lektionen konntest du nicht nur deine Fitness verbessern, bestimmt hast du wieder einige neue Bewegungen trainiert welche dich im Ernstfall unterstützen werden.

Wie bleiben noch eine Weile in diesem Thema, nächste Woche geht es weiter.

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Trainings-Memo 19. Oktober 2018 in Zürich

Gezieltes Schlagen und Präzision beim Boxen, das war mein Trainingsziel an diesem Freitagabend in Zürich. Bereits bei den Aufwärmübungen integrierte ich diverse Nahkampfbewegungen wie Boxschläge und die Ellenbogenschläge. Ich verlangte, dass alle sich auf die Hüftdrehung und die Reichweite konzentrierten. Weiter ging es dann mit dem präzisen und schnellen Kicken. Im Falle eines Übergriffes ist es sehr wichtig, dass die Faustschläge und Kicks auch wirklich dort treffen wo sie schmerzhaft sind. Wir konzentrieren uns immer wieder auf die menschlichen Schwachstellen, Körperstellen welche man kaum abhärten kann. Denn schliesslich soll der Kampf möglichst schnell beendet werden. Mit einer spannenden Block-Konterübung übten wir dann das präzise zuschlagen: Der Angriff kam «unerwartet», du standst in der «Nullstellung». Die zwei geraden Faustschläge konntest du mit zwei «Wasserradblocks» von deinem Gesicht fernhalten. Den dritten Faustschlag konntest du mit einer 30° Ausweichbewegung nach hinten und einem Block (Nr.2)  kontrollieren. Es folgte noch ein gerader Front-Kick den du ebenfalls mit dem gegenüberliegenden Arm blocken konntest. Erst dann durftest du deinen Gegenangriff starten und mit gezielten Schlägen und Kicks den Angreifer attackieren. Mit dieser Übung wurden viele wichtige Reflexe, Kampfdistanz und selbstverteidigungstechnische Bewegungsabläufe trainiert und ich bin überzeugt, dass alle Teilnehmer/innen einen grossen Schritt weitergekommen sind.

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Trainings-Memo 18. 10. 18 in Solothurn

Diese Woche war ich in Solothurn eingeteilt. Immer eine Freude zu sehen, wenn die Bude voll ist. Es waren so einige am Start, erfreulich viele Frauen, das ist gut so! Das übliche Pratzenaufwärmprogramm mit zweimal ausweichen, dann schlagen und die Beine dehnen brachte alle mal auf Touren. Danach zeigte ich auch den Solothurnern ein paar fiese «Distanz Maker» und wie man sie einsetzen kann. Im Nahkampf ist es sehr wichtig den Angreifer auf eine nützliche Schlagdistanz zu bringen. Mit dem Daumen zur Leiste Fahren, Zeigefinger-Druck zum Weisheitszahn, Brustbeinfahrt und Oberschenkelinnenseite mit dem Daumen oder mit dem Ellbogen. All diese Techniken übten wir nur kurz weil sie schmerzhaft sind. Es ging mir darum, dass alle derartige Techniken kennen. Auf keinen Fall sollten sie in Vergessenheit geraten, denn zum Üben sind sie mühsam. In der Realität absolut nützlich um vor der eigentlichen Technik abzulenken oder um einen Takedown zu starten. Pünktlich um halb acht startete ich dann mit dem Block-Konter-Programm. Es galt einem Schwinger mit rechts rechtzeitig abzutauchen und beim Schritt 5 dem Angreifer in den Bauch zu schlagen, damit hinter ihm zu sein um ihn zu kontrollieren. Bei den Fortgeschrittenen übten wir zusätzlich, dass der Angreifer einen fiesen Ellenbogenschlag ausführt. Den Ellenbogenschlag musste geblockt werden und es galt einen Takedown einzuleiten. Danach übten wir noch drillmässig in der Dreiergruppe. Angriff, wie beschrieben, danach den Angreifer zur Seite schieben und sich auf den zweiten Angreifer zu konzentrieren. Dort Japp, Kross und Kniestoss auf das Kissen schlagen. Der Drill hatte es in sich und nicht alle schafften es durchzuhalten. Nur die wenigsten schafften es sich hinter die Angreifer zu gelangen. Kein Problem, es braucht alles seine Zeit.

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